Donnerstag, 13. Oktober 2011

Wohnheim im Nirgendwo

Nachdem ich mit meiner Mutter und Markus am Samstag den ganzen Tag durch Stockholm gelaufen bin, haben wir es Sonntag etwas ruhiger angehen lassen. Zum einen, weil wir Markus keinen zweiten Stockholm-Trip zumuten wollten, und zum anderen weil es in Uppsala einfach nicht viel zu sehen gibt. Den Dom, das Schloss, die Universität - das alles haben die beiden ja schon Freitag auf eigene Faust erkundet als ich in den Vorlesungen war.
Sonntag morgen sind Mama und ich mit dem Bus nach Gamla Uppsala gefahren. Darüber habe ich hier schon mal geschrieben als ich im August dort war. Hat sich nicht viel verändert. Ich wollte eigentlich unbedingt in das Sockenmuseum. Als ich das letzte Mal dort war, habe ich gelesen, dass es von 12-15 Uhr auf hat. Ich war damals erst kurz nach 15 Uhr da. Also haben wir diesmal beide in Gamla Uppsala bis 12 Uhr gewartet bis wir feststellen mussten, dass es nur in den Sommermonaten geöffnet hat. Schade, das Museum ist zwar in etwa nur so groß wie mein Zimmer hier, aber für ein Museum reicht das auch. Würde zumindest Markus sagen.
Montag habe ich dann auch das Ergebnis des Midtermexams bekommen. Ich habe bestanden :) Wobei erstaunlich viele durchgefallen sind (6 von 15 haben bestanden, wobei zwei nicht teilgenommen haben). Aber es freut mich, so habe ich quasi eine Bonusaufgabe in dem Homeexam.
Dienstag sind Mama und Markus dann auch schon wieder abgereist. Aber es ist schön gewesen, dass beide hier waren.
Gestern wurde ich dann zu einem mexikanischen Mittagessen eingeladen. Es gab - wie fast erwartet - so eine Art Wraps. Ich bring die ganzen verschiedenen Arten immer durcheinander. Hat aber sehr gut geschmeckt. Dazu musste ich in ein anderes Studentenwohnheim nach Lila Sunnersta fahren. Das ist nochmal südlicher von dem Campus, also ungefähr 8km außerhalb von Uppsala. Aber es ist sehr schön da. In kleinen Häusern hat jeder sein eigenes Apartment mit Küche und Bad. Kostet natürlich auch etwas mehr. Dafür leben die aber wirklich fast am Ende vom Nirgendwo. Um zu dem Wohnheim zu kommen musste ich halb über Zäune klettern und dann eine Weile auf einem Trampelpfad durch den Wald (ich gebe aber zu, ich habe wahrscheinlich den Haupteingang verpasst). In der Umgebung gibt es auch nicht viel. Ein schönes Moor, wo man über Holzplanken laufen kann, Wald, ein kleines Dorf aber ohne Supermarkt. Dort kann man gut leben, aber außer laufen und die Natur genießen kann man da auch nichts machen. Der Großteil meines Kurses wohnt dort, weshalb das Essen auch dort stattgefunden hat. Ich bin auf jeden Fall froh in Uppsala zu leben.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Stockholm die Zweite

Wenn man bei mir in Uppsala zu Besuch ist, muss man eigentlich einen Ausflug nach Stockholm unternehmen. Das liegt zum einen daran, dass man ganz Uppsala nach spätestens zwei Tagen gesehen hat, und zum anderen, dass Stockholm einfach eine schöne Stadt ist.
vor dem Reichstag
Gestern morgen sind Markus, Mama und ich also mit dem Zug wieder in Schwedens Hauptstadt gefahren. Nachdem ich bei meinem letzten Besuch eher den Westen der Stadt erkundet habe, ging es diesmal mehr in den Osten. Pflicht war zu Beginn natürlich erstmal die Altstadt mit ihren kleinen Häusern, dem Reichstag und dem Schloss. Dann ging es mit einer kleinen Fähre auf die Insel Djurgården. Wir haben direkt neben einem kleinen Freizeitpark mit Achterbahnen usw. angelegt. Der hat aber nur bis September auf. Unser Ziel war jedoch das Vasamuseum. Dort hatten wir das Glück, dass Markus mit 17 Jahren sogar noch umsonst rein gekommen ist. In dem Vasamuseum befindet sich ein großes Schiff, welches im 17. Jh. nach zwei Jahren Bauzeit nach gerade mal ein paar hundert Metern Fahrt gekentert ist.
die Vasa
Mich hat vor allen Dingen verwundert, dass dieses riesige Schiff, was mehr oder minder mitten in Stockholm auf Grund lag, erst Mitte des 20. Jh. gefunden wurde. Auf jeden Fall wurde es dann aufwändig restauriert und sieht wirklich pompös aus. Schon bitter, dass es gesunken ist.
Um das Schiff herum befinden sich unterschiedliche Ausstellungen, die aber alle sehr nett gemacht sind. Dort geht es um Schweden allgemein im 17. Jh., um den Untergang selbst und über Details zu den verschiedenen Einzelheiten/Ornamente, die sich überall am Schiff befinden und dem Schiff selbst.
Nach dem Museumsbesuch sind wir auf die "Hauptinsel" Östermalm zurück gelaufen und haben auf Wunsch eines einzelnen Herrens Stockholm nach einem China-Imbiss abgesucht. Gefunden haben wir keinen, aber mit einem amerikanischen Spezialitätenrestaurant konnte ein allgemein gebilligter Kompromiss eingegangen werden.
Anschließend ging es wieder in Richtung Bahnhof. Auf dem Weg dorthin sind wir an einem großen Shopping-Center vorbei gekommen. Markus wollte gerne in einen Technikladen und Mama nach einem Rock schauen. Also haben wir uns darauf geeinigt uns nach einer Stunde wieder zu treffen.
Sicht auf Östermalm
Ich bin dann fröhlich durch die Läden gezogen und eine Stunde später zum Treffpunkt gekommen. Mama und Markus waren schon dort - angeblich seit 58 Minuten. Markus Technikläden waren wohl ziemlich klein und Mama hat dann auch nicht mehr wirklich nach Klamotten für sich geschaut. Aber ich hatte Spaß :)
Am Bahnhof haben wir den Zug knapp verpasst, sodass wir noch eine knappe Stunde Zeit bis zur nächsten Abfahrt hatten. Daher sind wir noch kurz zum Stadshuset. Meiner Meinung nach auch ein Pflichtbesuch, da es wirklich nicht weit weg vom Bahnhof liegt und sehr schön ist. Markus Highlight war wohl eher die Entdeckung des World Trade Centers in Stockholm, von dem ich jetzt auch diverse Fotos besitze :)

Freitag, 7. Oktober 2011

Besuch aus Berlin

Langsam habe ich mich von meiner Erkältung erholt. Ich habe noch NIE so viele Packungen Taschentücher an einem Tag wie am Mittwoch verbraucht. Aber dafür geht es jetzt wieder besser, und hoffentlich habe ich damit sämtliche Halsschmerzen und sämtlichen Schnupfen für diesen Winter vertrieben.
Donnerstag Nachmittag sind Markus und Mama hier in Uppsala angekommen. Obwohl ihr Flug scheinbar zwei Stunden Verspätung hatten, kamen sie nur 20 Minuten später als erwartet an. Hier geht es am Flughafen immer recht schnell, was Koffer usw. angeht. Abends habe ich erstmal eine Monatsration Süßigkeiten überreicht bekommen. Leider ist es in Schweden nämlich sehr schwer an Schokorosinen ranzukommen, aber das Problem ist jetzt zwischenzeitlich auch gelöst. Außerdem habe ich eine richtig wasserdichte Jacke und Hose als frühes Weihnachtsgeschenk bekommen.
In meiner Wohnung hat Mama dann erstmal angefangen die Küche zu putzen (vielleicht sollte ich sie jede Woche einladen). Das war aber auch nötig. Manchmal verstehe ich meine Mitbewohner absolut nicht. Derjenige, der vor uns gekocht hat, hat beinahe eine gesamte Portion Nudeln im Abguss liegen gelassen!! Da hätten wir fast nicht mehr kochen müssen.
Was die Regensachen anging, habe ich beides abens auch gleich ausprobieren können. Heute bin ich jedoch wieder komplett nass geworden. Wer erwartet denn auch bei strahlendem Sonnenschein einen Wolkenbruch auf dem Rückweg von der Uni? Das Problem hatten allerdings auch Mama und Markus. Nachdem ich Markus extra meinen Regenschirm mitgegeben habe, haben die beiden Helden beide Schirme im Hotel liegen gelassen (war ja schönes Wetter). Dafür durften die dann einen 2km Sprint vom Schloss zum Hotel einlegen, als es auf einmal anfing zu strömen.
Da ich bis 16 Uhr Uni hatte, haben wir uns Nachmittags zum Kaffee trinken getroffen (man erinnere sich dann den Snickerskuchen). Danach ist Markus zurück in das Hotel, sodass ich mit meiner Mutter meine Winterausrüstung kaufen gehen konnte. Ich bin jetzt um ein Paar Winterstiefel, eine Wollmütze und ein Paar Wollsocken reicher :) Die Frage ist nur, wie ich das je alles wieder nach Deutschland schaffen soll...

Dienstag, 4. Oktober 2011

Dugga

Montags und dienstags muss ich zur Zeit immer ins Labor. Das ist nicht weiter anstrengend, nur zeitintensiv und viel Spaß macht Protokolle schreiben selten. Die letzten beiden Tage haben wir versucht in Lebensmitteln gentechnisch veränderte Pflanzen nachzuweisen. Leider gibt es sowas in Schweden aber so gut wie kaum, sodass unsere Chancen ziemlich gering sind ein positives Ergebnis zu bekommen. Die Methode ist aber erstaunlich simpel, funktioniert allerdings nur bei der Annahme, dass keiner versucht illegal gentechnisch veränderte Pflanzen als gentechnik-frei zu verkaufen.

Heute stand zudem ein sogenanntes Dugga, also Zwischenexam an. Da ging es lediglich darum Zusatzpunkte für die Abschlussklausur zu sammeln. Das Ergebnis ist natürlich noch nicht da, aber ansich habe ich ein ganz gutes Gefühl. Auf jeden Fall bin ich froh nicht mehr Arbeit investiert zu haben, denn sonderlich schwer war sie nicht. Man weiß natürlich nicht wie die Dozenten die einzelnen Aufgaben bewerten, denn dann kann man trotz richtiger Antworten noch durchfallen, aber eigentlich war die Klausur gut machbar. Ich wusste zwar nicht alles, aber das muss man ja auch nicht :)

Abends habe ich dann noch die Benachrichtigung bekommen, dass ein Paket für mich gekommen sei. Ich weiß nicht warum der Paketbote nicht einfach geklingelt hat, denn als er bei mir war, war ich ganz sicher zuhause. Stattdessen bin ich dann eben wieder in den 3km entfernten Supermarkt geradelt.
das Paket
Das Paket, das ankam, habe ich eigentlich nicht mehr erwartet. Vor vier Wochen habe ich mir nämlich ein Genetikbuch bestellt. Hier vor Ort in der Buchhandlung war es teuer, Amazon Deutschland hatte es nicht im Sortiment, Amazon Amerika war auch nicht so günstig und hätte drei Wochen zu Verschiffung benötigt. Daher habe ich bei Amazon Frankreich bestellt. Wie gesagt, das war vor vier Wochen und ich wollte eigentlich schon längst eine E-Mail schreiben, wo denn mein Buch sei. Jetzt ist es da. Ich weiß nicht was das Paket in den vier Wochen alles erlebt hat, aber es scheinen eine Menge Abenteuer gewesen zu sein! Auf jeden Fall ist es total zerfleddert. Hat allerdings den Vorteil, dass ich nicht umständlich das Päkchen aufmachen muss, sondern das Buch direkt so entnehmen kann. Bis auf Dellen und einen kleinen Wasserschaden unten rechts ist es auch noch ganz gut erhalten. Ich bin froh, dass es kein Geschenk ist, und dass es pünktlich nach der Klausur auch endlich da ist! Aber gut, es wird auch noch zur Endklausur zu seinem wohlverdienten Einsatz kommen :)

Sonntag, 2. Oktober 2011

Wanderung Jälla-Storvreta

Samstag ging es auf eine kleine Wandertour von Jälla nach Storvreta. Wir waren insgesamt zu fünft, zwei Niederländerinnen, eine Kanadierin, ein Student aus Taiwan und ich.
Mit dem Bus sind wir nach Jälla gefahren. Dort standen wir erstmal mitten im Nichts, von einem Wanderweg keine Spur.
Nach kurzer Zeit haben wir den Linné-Stig gefunden, welcher aber nicht nach Storvreta sondern nach Nyby führt. Etwas ziellos sind wir dann an den 5 Häusern in Jälla vorbeigelaufen, bis wir zum Glück auf einen Läufer mit fünf kleinen agressiven Hunden trafen. Der wusste zwar nicht den genauen Weg nach Storvreta, aber meinte Schilder gesehen zu haben. So haben wir letztendlich doch noch den Wanderweg gefunden. Er ist nur knappe 7 Kilometer lang, aber trotzdem haben wir fast 3 Stunden gebraucht. Zu Beginn lag es daran, dass wir alle fünf Meter halten mussten, da jemand ein Foto machen wollte. Ansonsten war der Weg einfach schwer zu begehen, da er durch viele Steinlandschaften führt. Ich dachte erst, dass ich nochmal hier her kommen könnte um Laufen zu gehen, aber das geht auf dem Weg ganz sicher nicht. Aber zum Wandern ist er schön :) Man kommt auch durch sehr unterschiedlich Landschaften. Mal hat man einen Birkenwald mit Moor, wo man auf Holzstegen entlang läuft, dann oft auf richtige Steinberge. Wir hatten auch sehr viel Glück mit dem Wetter. Es war nicht warm, aber die Sonne schien die ganze Zeit.
Wanderweg
Bilder habe ich nicht viele gemacht, da die anderen schon die ganze Zeit am Knipsen waren. Man braucht ja nicht fünfmal die gleiche Ausführung von einem besonders großen Felsen.
Als wir dann in Storvreta angekommen sind waren wir trotzdem froh mit dem Bus wieder gen Uppsala zu fahren. Direkt im Anschluss sind wir noch einkaufen gegangen, da abends ein anderer deutscher Austauschstudent seinen Geburtstag gefeiert hat. So haben wir noch diverse Grillartikel geholt. Zumindest bei den Kräuterbaguettes konnte ich mich durchsetzen :)
Die Feier war dann auch ganz schön. Zu meiner Überraschung konnte der Däne, der eine Etage über mir wohnt, Millionär von den Prinzen beinahe akzentfrei singen. Woher auch immer er das Lied kennt. Dann wurde mir noch erzählt, dass bei dem Barbeque am Freitag von meinem Kurs (wo ich allerdings nicht war) scheinbar heftige Debatten über die Aussprache meines Namens geführt wurden. "Maiki?" "Maika!" "Maika Sumpf?" "No, Stampf!" Wobei ich mir auch nicht zutraue die ganzen Namen meiner Kommilitonen auch nur zu schreiben, geschweige denn auszusprechen ;)